Zum Inhalt
Forschungsprojekt

Evaluation des Projektes "BAP 2.0 - Bewegende Alteneinrichtungen und Pflegedienste"

Projektleitung: Dr. Veronique Wolter
Mitarbeiter*innen:

Jennifer Bruland, Miriam Dohle, Lisa Sobo, Tim Stahlschmidt, Cara Stemski, Jana Welter

Auftraggeber: Landessportbund NRW
Laufzeit: 01.04.2020 - 31.05.2022

Ziele und Inhalte

Die ganzheitlichen Auswirkungen regelmäßiger körperlicher Aktivität im (hohen) Alter reichen von der Prävention respektive Risikoreduktion der Entwicklung chronischer Krankheiten über den Fähigkeitserhalt der Ausübung von Aktivitäten des täglichen Lebens (Funktionsfähigkeit) bis hin zur Verbesserung des Wohlbefindens, der Lebensqualität und der sozialen Netzwerkaktivität. Die Evidenzlage wird international stetig aktualisiert und vermehrt durch die Betrachtung von psychosozialen ‚Outcomes‘ ergänzt (Bauman et al., 2016). Die kontinuierliche Teilnahme an informellen Aktivitäten führt zu einer erhöhten Lebenszufriedenheit und geringeren Angaben von sozialer Isolation, insbesondere bei Personen, die zuvor ihr gewohntes Umfeld (z.B. durch Umzug in ein betreutes Wohnen) verlassen mussten (Winstead et al., 2014).
Das Alter selbst ist also nicht per se eine Begründung für die signifikante Einschränkung der Aktivitäten in Pflegeeinrichtungen, sondern eher der allgemeine Gesundheitszustand und insbesondere die körperliche Funktionsfähigkeit. Obwohl das Konzept des aktiven Alterns bisher kaum in der Langzeitpflege untersucht wurde, weisen Studien in diesem Kontext ebenfalls auf die zentrale Rolle der fortgeführten Partizipation an gesundheitsfördernden Aktivitäten hin, die vor allem die (familiären) Sozialkontakte und die Funktionsfähigkeit erhalten, und somit einer Verschlechterung der kognitiven und physischen Gesundheit entgegenwirken. Einrichtungen sind daher angehalten, Zugänge und Teilhabechancen zu ermöglichen (Fernandez-Mayoralas et al., 2015). Expertenstandards unterstützen die Idee der Integration mobilitätserhaltender und –fördernder Maßnahmen im Pflegealltag, die durch Kooperationen mit z.B. Sportvereinen umgesetzt und im Qualitätsmanagement verankert werden können (DNQP, 2014).
Mit dem Wissen, dass jedoch nur 7 % der über 65-Jährigen in Deutschland bzw. 32,6 % der Pflegebedürftigen in dieser Altersgruppe in einer stationären Pflegeeinrichtung oder anderen Varianten des betreuten Wohnens leben, zeigt sich gleichzeitig die Bedeutung der Zuwendung zum Wohnquartier als Ort alltäglicher Lebenswelten. Hier steht der Wunsch nach einem Verbleib in der eigenen Häuslichkeit für den Großteil der älteren Menschen an erster Stelle. Dabei spielt, neben den Versorgungsstrukturen, vor allem die soziale Verbundenheit mit den Bewohner*innen des Quartiers eine Rolle in der subjektiven Bewertung der Wohnsituation. Soziale Beziehungen fördern die individuelle Mobilität, die je-doch gleichzeitig vom gesundheitlichen Status eingeschränkt werden kann (BMFSFJ, 2016).
Ein weiterer wesentlicher Aspekt sind Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen und ihren spezifischen Gegebenheiten, die bei der Betrachtung verschiedenster Angebotsformen Berücksichtigung finden sollten. Bewohner*innen ländlicher Regionen scheinen beispielsweise die empfohlenen Aktivitätslevel eher zu erfüllen, wenn sie in Gemeinschaft in Bewegung oder zu dieser unterwegs sind und die unmittelbare Erreichbarkeit und der Zugang subjektiv als passend wahrgenommen werden (Shores et al., 2009).
Allgemein sind die Gründe für eine (Nicht-)Teilnahme älterer Menschen an sportlichen Aktivitäten sehr individuell, jedoch finden sich die Bedarfe und Motive oftmals in übergeordneten Mustern und Kategorien wieder. Die Vermittlung möglicher Potenziale sowie die Wahrnehmung positiver Auswirkungen regelmäßiger Aktivität sind in der Entwicklung zielgruppenspezifischer Bewegungsangebote so bedeutsam wie die Herstellung passender Rahmenbedingungen für eine Teilnahme (Franco et al., 2015).

Neben einer Sichtung und Zusammenfassung themenrelevanter (inter-)nationaler Literatur und der Recherche ähnlicher Good-Practice-Beispiele (AP 1) zu Projektbeginn, sieht die wissenschaftliche Be-gleitung in erster Linie eine genaue Analyse der Arbeitsweise, Organisation und Kooperation der be-teiligten Akteure aus dem organisierten Sport (Sportvereine) und aus der Pflege (stationäre und teilstationäre Einrichtungen sowie ambulante Pflegedienste) im Hinblick auf die Durchführung von gruppenorientierten Bewegungsangeboten vor (AP 2 und 3).
Um einen möglichst umfassenden Blick auf alle Beteiligten zu richten, erfolgt gleichzeitig die Betrachtung der Perspektive (potenzieller) Teilnehmender (AP 4). Die ‚Endverbraucher*innen‘ werden zu ihren Bedarfen und Motiven im Rahmen ihrer (Nicht-)Teilnahme an bewegungs-/gesundheitsfördernden Angeboten in ihrem aktuellen Wohnumfeld befragt.
Auf der Basis der erfolgten Bestandsaufnahme werden sowohl vorhandene Stärken herausgearbeitet als auch Optimierungsmöglichkeiten identifiziert, die in die Formulierung von Handlungsempfehlungen einfließen (AP 5). Diese Handlungsempfehlungen sollen eine nachhaltige und erfolgreiche Umsetzung von Bewegungsangeboten für pflegebedürftige Menschen in verschiedenen Lebenswelten ermöglichen. Insgesamt versteht sich die wissenschaftliche Begleitung im gesamten Forschungsprozess als konzeptionell-beratend und über den Projektverlauf hinweg als prozessbegleitend.

Ergebnisse

Wolter, V. (2022). Impulse zur Bewegungsförderung in den Lebenswelten älterer Menschen mit Pflegebedarf. Das NRW-Projekt „Bewegende Alteneinrichtungen und Pflegedienste (BAP 2.0)“. DVS-Expert*innenworkshop „Interdisziplinäre Präventionsarbeit in Pflegesettings – Gesunde Pflege braucht Bewegung!“, 18.11.2022, Hamburg. Posterpräsentation.

Wolter, V., Dohle, M., & Sobo, L. (2021). Physical activities for older adults: Are local co-operations of sports clubs and care partners an option to increase access? German Journal of Exercise and Sport Research, 51(4), 468-473. DOI: 10.1007/s12662-021-00761-3

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.